Ja zu KI. Aber mit klaren Regeln.
Wie ich KI bei meiner Arbeit einsetze und wo ich Grenzen ziehe.
Arbeiten Sie eigentlich mit KI? Diese Frage höre ich inzwischen regelmäßig. Und kaum überraschend lautet meine Antwort darauf: ja.
Warum ich das als Texterin mache? Ganz einfach, weil es effizient ist. KI recherchiert schneller als ich, sortiert große Materialmengen in Minuten und bringt mich manchmal auf einen Gedanken, für den ich allein deutlich länger gebraucht hätte.
Was sie mir jedoch nicht abnimmt: aus Informationen einen guten Text zu machen. Dafür braucht es mehr als korrekte Fakten und passende Formulierungen. Den Unterschied machen Erfahrung, fachliches Verständnis, Kreativität und ein Gespür dafür, was für eine Zielgruppe wirklich relevant ist und wie eine Botschaft aufgebaut sein muss.
Deshalb habe ich für mich ein paar klare Regeln festgelegt:
1.
KI unterstützt meine Arbeit, sie übernimmt sie aber nicht.
Ich nutze KI punktuell für Recherche und Analyse, für Textkritik, Übersetzungen und Formulierungsvarianten. Auch beim Strukturieren umfangreicher Materialien und bei visuellen Entwürfen leistet sie mir hin und wieder gute Dienste.
Meine Texte schreibe ich überwiegend selbst – von der ersten Idee bis zur finalen Formulierung. KI kann zwar Impulse liefern, Alternativen aufzeigen oder an einzelnen Stellen unterstützen. Sie ist aber weder Ausgangspunkt noch Standardprozess meiner Textarbeit.
Strategie, Positionierung, kreative und redaktionelle Entscheidungen, die Zusammenarbeit mit meinen Kunden und vor allem das Endergebnis bleiben ohnehin bei mir. Denn ein Werkzeug denkt nicht mit. Das mache ich lieber selbst.
2.
Ein KI-Ergebnis geht niemals ungeprüft raus.
KI ist schnell und klingt überzeugend. Über die Richtigkeit einer Aussage sagt das allerdings herzlich wenig.
Ich prüfe deshalb immer, was ein KI-System mir liefert: Quellen und Fakten ebenso wie die Plausibilität der Zusammenhänge. Dazu kommt der Abgleich mit dem, was ein Projekt tatsächlich verlangt, mit der jeweiligen Zielgruppe und mit dem Kommunikationsziel.
Sprachlich gilt dasselbe. Vorschläge gehen hinsichtlich Tonalität, Argumentation, Dramaturgie und Formulierung stets durch meine redaktionelle Bearbeitung. Für jedes Ergebnis, das Sie von mir bekommen, stehe ich mit meinem Namen gerade.
3.
Vertraulich bleibt vertraulich.
Was Sie mir anvertrauen, bleibt bei mir. Und daran gibt es nichts zu rütteln.
Sensible oder unveröffentlichte Informationen gebe ich niemals in KI-Systeme ein. Auch Originaldokumente und vollständige Briefings lade ich nicht hoch. Wenn ein Arbeitsschritt KI-Unterstützung sinnvoll macht, arbeite ich mit dem Minimum an Informationen, das dafür nötig ist. Identifizierende Angaben anonymisiere ich.
Für meine Kundenprojekte nutze ich ausschließlich professionelle Zugänge und die jeweils strengsten verfügbaren Datenschutzeinstellungen. Die Verwendung meiner Eingaben für das Training von KI-Modellen ist grundsätzlich deaktiviert.
Vertraulichkeit ist keine Frage des Werkzeugs, sondern eine verlässliche Grundlage unserer Zusammenarbeit.
4.
Transparenz dort, wo sie relevant ist.
Nicht jede Nutzung von KI macht aus einem Inhalt gleich einen KI-Inhalt. Eine Rechercheunterstützung oder eine Formulierungsvariante ist schließlich etwas anderes als ein vollständig synthetisch erzeugtes Bild.
KI-generierte oder wesentlich durch KI veränderte Inhalte kennzeichne ich, wenn dies gesetzlich erforderlich ist oder wenn ihr künstlicher Ursprung für die Einordnung eine wesentliche Rolle spielt. Bleibt KI dagegen nur ein Werkzeug in einem redaktionellen Prozess, den ich verantworte, kennzeichne ich das nicht pauschal.
Dabei orientiere ich mich an den Transparenzanforderungen des europäischen AI Acts und an meinem eigenen Anspruch: Transparenz soll Menschen helfen, einen Inhalt richtig einzuordnen und Vertrauen in einen verantwortungsvollen Einsatz von KI schaffen.
5.
Fragen sind ausdrücklich erlaubt.
Sie möchten wissen, wie ich in Ihrem Projekt konkret mit KI gearbeitet habe? Fragen Sie mich einfach und ich erkläre es Ihnen gerne genauer.